Symmetrie in SOLIDWORKS hat nicht nur eine einzige Bedeutung. Es gibt vier Ebenen, von der Skizzenlinie bis zum kompletten Bauteil, und die Wahl der falschen Ebene kostet Zeit oder führt dazu, dass die Aktualisierung des Modells fehlschlägt. Der heikelste Fall, der immer wieder auftritt, ist das rechts/links-Bauteil. Dazu kommen wir gleich.
- Es gibt 4 Symmetrieebenen in SOLIDWORKS: Skizze, Funktion, Körper, Teil.
- Von Natur aus symmetrisches Teil → Skizzen-Symmetriebeziehung (Es wird nur die Hälfte gewertet).
- Sich wiederholendes Detail gegenüber → Funktionssymmetrie (bleibt mit dem Original verknüpft).
- Gesamtvolumen, Mehrkörper oder Form → Körpersymmetrie.
- Zu fertigendes Teil links/rechts → Symmetrie eines Teils (Mirror Part), es wurde noch nie ein Exemplar zurückgeschickt.
Stufe 1: Symmetrie in der Skizze
Die einfachste Methode. In einer Skizze zeichnen Sie die Hälfte und spiegeln den Rest. Die Symmetriebeziehung verbindet zwei Elemente in Bezug auf eine Konstruktionslinie: Sie bleiben unter allen Umständen symmetrisch. Dies ist die richtige Methode, wenn das Teil von Natur aus symmetrisch ist. Sie bemaßen nur eine Seite.
Die Funktion „Objektsymmetrie“ spiegelt eine bereits gezeichnete Geometrie wider, was gelegentlich nützlich sein kann. Die dynamische Symmetrie (Werkzeuge > Skizzenwerkzeuge > Dynamische Symmetrie) spiegelt in Echtzeit, während Sie zeichnen: praktisch bei einem sehr symmetrischen Profil, ansonsten jedoch verwirrend.
Einfache Regel: Wenn das Teil symmetrisch ist, skizzieren Sie die Hälfte und legen Sie eine Symmetriebeziehung fest. Sie halbieren die Bemaßung, und das Modell bleibt weiterhin steuerbar.
Stufe 2: Symmetrie von Funktionen
Sie haben auf einer Seite eine Bohrung, eine Erhebung oder eine Verrundung erstellt. Die Funktion „Symmetrie“ (Einfügen > Wiederholung/Symmetrie > Symmetrie) kopiert diese auf die andere Seite einer Ebene. Der Vorteil gegenüber einer Skizzen-Symmetrie: Die gespiegelte Funktion bleibt mit dem Original verknüpft. Wenn Sie die Ausgangsbohrung ändern, passt sich die gespiegelte Bohrung entsprechend an. Das ist ideal für gegenüberliegende, sich wiederholende Details an ein und demselben Teil.
Stufe 3: Körpersymmetrie
Wenn es sich nicht um eine Funktion, sondern um ein ganzes Volumen handelt, das gespiegelt werden soll, spiegeln Sie den Körper. Der Befehl ist derselbe: Aktivieren Sie dazu die Option „Körper spiegeln“. SOLIDWORKS erstellt einen zweiten, gespiegelten Körper im selben Teil. Dies ist nützlich für Teile mit mehreren Körpern, Formen und Geometrien, bei denen die Hälfte zu komplex ist, um Funktion für Funktion neu beschrieben zu werden.
Stufe 4: Das links-rechts-Spiegelbild-Rätsel und seine Falle
Der klassische Fall. Sie haben ein Teil und benötigen dessen Spiegelbild: eine linke und eine rechte Halterung, zwei symmetrische Gehäuse. Der erste Impuls ist, das Teil zu kopieren und es in der Baugruppe zu spiegeln. Das ist ein Fehler.
Ein in der Baugruppe seitenverkehrt eingebautes Teil bleibt dasselbe Teil. Gleiche Artikelnummer, gleiche Datei, gleiche tatsächliche Ausrichtung. Bei der Fertigung stellen Sie zweimal dieselbe Seite her, niemals die entgegengesetzte. Die Baugruppe lässt sich nicht zusammenbauen.
Die richtige Vorgehensweise: „Einfügen“ > „Teil spiegeln“ (Mirror Part). Sie wählen eine Ebene aus, SOLIDWORKS erstellt eine neue, tatsächlich gespiegelte Teiledatei, die über eine Referenz mit dem Original verknüpft ist. Wenn Sie das Originalteil bearbeiten, wird das gespiegelte Teil entsprechend aktualisiert. Zwei echte Teile, links und rechts, mit zwei unterschiedlichen Referenzen für die Stückliste und die Fertigung.
Meine Meinung: Sobald ein gegenüberliegendes Teil separat gefertigt werden muss, handelt es sich um die Symmetrie eines Teils, niemals um eine gespiegelte Kopie. Die gespiegelte Kopie dient nur zur Visualisierung, nicht zur Fertigung.
Das richtige Niveau zur richtigen Zeit
Interne Symmetrie eines symmetrischen Teils: Skizzenbeziehung. Sich gegenüberliegende, sich wiederholende Details: Funktionssymmetrie. Gesamtes Volumen in einem Mehrkörperteil: Körpersymmetrie. Zu fertigendes Gegenstück: Teilsymmetrie. Eine falsche Auswahl fällt nicht sofort auf. Sie wird erst dann sichtbar, wenn die Änderung nicht übernommen wird – oder schlimmer noch: erst in der Werkstatt.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viele Arten von Symmetrien gibt es in SOLIDWORKS?
Vier: Skizzen-Symmetrie, Funktions-Symmetrie, Körper-Symmetrie und Symmetrie eines kompletten Teils (Mirror Part). Jede davon entspricht einer anderen Ebene des Modells.
Wie erstellt man in SOLIDWORKS ein linkes und ein rechtes Teil?
Über Einfügen > Symmetrie eines Teils. SOLIDWORKS erstellt eine neue, tatsächlich gespiegelte Datei, die über eine Referenz mit dem Original verknüpft ist und über eine eigene Referenz für die Stückliste verfügt.
Kann man das Teil einfach wieder in die Baugruppe einsetzen?
Nein. Ein gedrehtes Teil bleibt dieselbe Datei, dieselbe reale Hand: Bei der Fertigung wird dasselbe Teil zweimal hergestellt, und die Montage passt nicht. Das Drehen dient lediglich der Visualisierung.
Was ist der Unterschied zwischen Funktionssymmetrie und Körpersymmetrie?
Die Funktionssymmetrie spiegelt ein Detail (Bohrung, Erhebung, Verrundung) auf die andere Seite einer Ebene; die Körpersymmetrie spiegelt ein gesamtes Volumen innerhalb desselben Teils, was bei Mehrkörpermodellen oder für eine Form nützlich ist.
Wird die Spiegeldatei aktualisiert, wenn ich das Original ändere?
Ja: Das Spiegelteil bleibt über eine Referenz mit dem Mutterteil verknüpft und wird korrekt aktualisiert.
